Archiv für November 2007

Zahltag

Freitag, 30. November 2007

Heute, am 30. November 2007, war Zahltag. Siemens bezahlt seine Praktikanten zweiwöchentlich. Das scheint hier in den USA so üblich.

Die Gehälter werden nach Qualifikation bzw. Abschluss gezahlt. Diese staffeln sich wie folgt:

  • Bachelor bzw. kein Master: $1,400 mit Auto oder $1,700 ohne Auto
  • Master und 1. Jahr Doktorand: $1,800 mit Auto oder $2,100 ohne Auto
  • 2. Jahr Doktorand: $2,100 mit Auto oder $2,400 ohne Auto
  • Abgeschlossener Doktor: $2,500 mit Auto oder $2,800 ohne Auto

Ich falle ja eindeutig unter die erste Kategorie. Und ich habe mich selbstverständlich für das Auto entschieden.

Man ist hier in USA noch nicht ganz so weit wie in der “alten Welt” und so gehören Gehaltschecks zur Tagesordnung. Heute bekam ich meinen ersten denn auch.

Mein erster Gehaltsscheck von Siemens

Der nächste Schritt ist es, diesen bei der Bank morgen einzulösen. Und nächste Woche werde ich HR mal meine Bankdaten geben, damit die folgenden Gehälter dann unbar gezahlt werden können.

Mein Heim in Jersey

Donnerstag, 29. November 2007

13 Nächte sind rum und es war Zeit für mich aus dem Hotel auszuziehen. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge verabschiedete ich mich von meinem Zimmer. Der Vorteil des Hotels war eindeutig die Tatsache, dass hier jeden Tag sauber gemacht wurde. Das nervige war jedoch, dass man aus dem Koffer lebt.

Die Zeit, die Siemens einem einräumt, eine Bleibe zu finden ist ausreichend und da ich mich rechtzeitig darum gekümmert hatte stand meinem Umzug am Sonntag nichts im Wege.

Mein Wohnzimmer vom Fernseher aufgenommen

Ich wohne in Edison, New Jersey. Das liegt im Middlesex County und ist ca. 25 Meilen von Arbeit entfernt. Entgegen der meisten Praktikanten bin ich ein wenig weiter weggezogen. Allerdings zahle ich hier auch nur 400 USD Miete inkl. aller Nebenkosten. Meine Mitstreiter zahlen in Nähe der Arbeitsstelle gut und gerne mal >650 USD. Da investiere ich lieber ein paar Dollar mehr in Benzin.

Zur Wohnung selbst: Mein Heim erstreckt sich hier über den gesamten Keller. Das beinhaltet ein Schlafzimmer, ein kleines Wohnzimmer, sowie ein Gäste-WC. Die Dusche ist im oberen Stockwerk. Ebenso die Küche.

Mein Badezimmer

Die Sache mit der Sozialversicherungsnummer

Donnerstag, 29. November 2007

Heute hatte ich mir endlich mal vorgenommen meine Social Security Nummer zu beantragen. Ursprünglich wollte ich dazu nach New Brunswick fahren, habe mich dann aber doch für Trenton entschieden. So konnte ich das während der Arbeitszeit machen.

Jack, der am gleichen Tag wie ich bei Siemens angefangen hatte, musste dies auch noch erledigen. Ich hatte ihm bereits gestern signalisiert, dass wir heute nach Trenton fahren würden und er sein Zeugs mit zur Arbeit bringen solle. Um 10 Uhr, ich hatte schon zwei Stunden gearbeitet während er gerade erst kam, war er bei meinem Cubicle.

Auf dem Parkplatz in Trenton

Folgende Unterlagen sind für einen Nicht-Amerikaner notwendig um die Social Security Nummer zu beantragen:

  • Reisepass mit gültigem Visum
  • DS2019-Formular
  • Nachweis, das man bei seinem Arbeitgeber beschäftigt ist

Wir fuhren mit meinem Auto nach Trenton. Das Navigationssystem lotste uns sicher zum Ziel. Nur leider war das “Amt” nicht da, wo es sein sollte. Nach einer 20-minütigen Suche verging mir die Lust und ich rief Thomas (ein weiterer Intern, der die Prozedur schon hinter sich hatte) an. Dieser beschrieb mir dann wo der Eingang war und wir setzten unser Vorhaben fort.

Vor der Social Security Administration

Drinnen wurde erst einmal klassisch eine Nummer gezogen. Zum Glück war es nicht sonderlich voll und ich war schnell dran. Meine Papiere vorgezeigt und schon tipperte mein Gegenüber alles erdenkliche in ihren Computer. Nebenbei erzählte sie mir, dass sie auch drei Jahre in Deutschland gewohnt hätte. Zum Schluss musste ich noch unterschreiben, dass ich alle Angaben nach bestem Wissen und Gewissen gemacht hatte.

Jack war leider nicht so erfolgreich. Er hatte den Brief von Siemens vergessen. Dabei hatte ich ihm gestern noch haargenau erklärt, was wir brauchen. Und auf dem Merkblatt stand das auch drauf. Ich dachte mir: “Spreche ich denn chinesisch?” Allerdings, hätte er mich in diesem Fall wohl besser verstanden. Immerhin war der Trip nicht ganz umsonst, denn bei 50% der Teilnehmer hatte es ja geklappt. ;-) Im Anschluss fuhren wir wieder zurück zu Siemens, da ich ja rechtzeitig zur Mittagspause wieder da sein musste.

Mein Arbeitsplatz bei Siemens SCR

Montag, 26. November 2007

Meine dritte Arbeitswoche beginnt und ich habe es bisher noch nicht geschafft meinen Arbeitsplatz zu präsentieren. Dies hole ich jetzt nach.

Ich arbeite, wie die meisten hier, in einem “Cubicle”. Da es keine bessere deutsche Übersetzung als “abgetrennte Räume” gibt, schaut euch einfach folgendes Bild an:

Mein Cubicle

Diejenigen von euch, die ihr eigenes Büro haben, wird das sicherlich wie voll der Hohn klingen. Allerdings ist es nicht so schlimm wie man es sich vorstellt. Privatsphäre existiert de facto jedoch nicht.

Da fotografieren nicht sehr gerne gesehen wird, konnte ich leider nicht mehr Bilder schießen.

Autotausch, oder doch nicht?

Samstag, 24. November 2007

Heute leuchte in meinem Toyota die Lampe “MAINT REQ” auf. Dies lies unweigerlich darauf schließen, dass der Wagen gewartet werden musste. Höchstwahrscheinlich musste ein Ölwechsel gemacht werden. An sich ja nichts schlimmes, denn man bekommt ja sofort einen neuen Wagen von National.

Allerdings war ich ein wenig besorgt, wenn ich die anderen Praktikanten über ihre Autos klagen höre. Allen voran der Chevrolet Impala. Ein sehr durstiger Geselle wie man hört. Ich war jedenfalls (noch) nicht bereit mein Spritsparwunder herzugeben.

Die Frage war, welche Optionen hätte ich. Die logischste erschien mir Google. ;-) Und so erforschte ich die Tiefen des World Wide Webs und wurde fündig. Mittels eines kleinen Tricks sollte sich der Wagen überlisten lassen und die Lampe erlöschen.

Dazu muss man folgendes tun:

  • Als erstes muss man die Zündung einschalten (nicht den Wagen starten) und sich den Odometer anzeigen lassen.
  • Als nächstes die Zündung wieder ausschalten und dann den Rücksetzknopf für den Tageskilometer drücken.
  • Jetzt die Zündung wieder einschalten und den Knopf weiter gedrückt halten.
  • Der Odometer zeigt nun eine paar Nullen die dann verschwinden.
  • et voila, die Lampe ist aus. Und billiger als der Ölwechsel ist es auch.

Sollte der Wagen jetzt liegenbleiben, kann ich sagen, dass es nicht am Öl liegen könne. War ja keins mehr drin.