Zahltag

Heute, am 30. November 2007, war Zahltag. Siemens bezahlt seine Praktikanten zweiwöchentlich. Das scheint hier in den USA so üblich.

Die Gehälter werden nach Qualifikation bzw. Abschluss gezahlt. Diese staffeln sich wie folgt:

  • Bachelor bzw. kein Master: $1,400 mit Auto oder $1,700 ohne Auto
  • Master und 1. Jahr Doktorand: $1,800 mit Auto oder $2,100 ohne Auto
  • 2. Jahr Doktorand: $2,100 mit Auto oder $2,400 ohne Auto
  • Abgeschlossener Doktor: $2,500 mit Auto oder $2,800 ohne Auto

Ich falle ja eindeutig unter die erste Kategorie. Und ich habe mich selbstverständlich für das Auto entschieden.

Man ist hier in USA noch nicht ganz so weit wie in der “alten Welt” und so gehören Gehaltschecks zur Tagesordnung. Heute bekam ich meinen ersten denn auch.

Mein erster Gehaltsscheck von Siemens

Der nächste Schritt ist es, diesen bei der Bank morgen einzulösen. Und nächste Woche werde ich HR mal meine Bankdaten geben, damit die folgenden Gehälter dann unbar gezahlt werden können.

Mein Arbeitsplatz bei Siemens SCR

Meine dritte Arbeitswoche beginnt und ich habe es bisher noch nicht geschafft meinen Arbeitsplatz zu präsentieren. Dies hole ich jetzt nach.

Ich arbeite, wie die meisten hier, in einem “Cubicle”. Da es keine bessere deutsche Übersetzung als “abgetrennte Räume” gibt, schaut euch einfach folgendes Bild an:

Mein Cubicle

Diejenigen von euch, die ihr eigenes Büro haben, wird das sicherlich wie voll der Hohn klingen. Allerdings ist es nicht so schlimm wie man es sich vorstellt. Privatsphäre existiert de facto jedoch nicht.

Da fotografieren nicht sehr gerne gesehen wird, konnte ich leider nicht mehr Bilder schießen.

Ich war noch niemals in New York

Stimmt in meinem Fall nicht ganz. Für viele der anderen Praktikanten die heute mit zur Einführungsveranstaltung bei CDS in New York City fuhren allerdings schon.

Morgens stand allerdings erstmal wieder das geniale Frühstück im Hotel an. Mein “Schützling” war auch schon da. Wir aßen zusammen Frühstück und machten uns dann zügig auf den Weg zur Bahnstation “Princeton Junction”. Dort hatten wir auch gleich das erste Parkplatzproblem. Direkt am Bahnhof gab es keinen einzigen Parkplatz mehr. Uns viel ein scheinbar verlassener Parkplatz auf wo wir das Auto zunächst abstellten. Wie sich jedoch herausstellte war der nur für (zahlende) Anwohner vorgesehen und bevor man uns für teuer Geld das Auto abschleppt beschlossen wir weiter zu suchen. Letztendlich fanden wir auch einen (kostenpflichtigen) Parkplatz mussten dann aber einen kleinen Fußweg in Kauf nehmen.

Wir kauften uns die Zugtickets für jeweils ca. 12 USD und waren froh, dass wir den Zug noch rechtzeitig bekommen hatten. Wir hatten Glück und es war ein Expresszug, so dass dieser nur ein oder zwei Stops bis New York City machte.

In New York City an der Penn-Station angekommen wechselten wir in die U-Bahn. Wir holten uns zusammen eine 6er-Karte und weil wir so vor uns hinträumten sind auch gleich in die falsche U-Bahn gestiegen und waren auf dem Weg nach Downtown-Manhattan. Zum Glück merkten wir das rechtzeitig und waren kurze Zeit später im richtigen Zug. Nach zweimal umsteigen stand noch ein kurzer Fußmarsch an und pünktlich wie die Maurer erreichten wir das Gebäude von CDS. Das Deutsche Konsulat ist im gleichen Gebäude beheimatet.

Bei CDS mussten wir dann durch eine Sicherheitsschleuse und unser “Handgepäck” wurde auch geröntgt. Jeder von uns bekam dann noch ein farbiges Namensschild bevor es dann Treppensteigen hieß.

Oben erwartete uns dann ein riesiger Saal und wir saßen allesamt im Kreis, während sich das CDS-Personal vorstellte. Im Anschluss wurden wir nach den Farben unserer Namensschilder aufgeteilt und je ein CDS-Betreuer übernahm eine Gruppe.

In der Gruppe musste durfte sich jeder dann vorstellen bevor uns dann all das erklärt wurde, auf was man in den USA achten muss.

Im Central Park in New York City

Nach zwei Stunden war das Meeting vorbei und wir wurden entlassen. Die Masse zog es nun vor New York City zu erkunden. Ich für meinen Teil kannte die Stadt schon relativ gut und meine Begleitung brauchte ja noch ihren Mietwagen. Ein weiterer Praktikant der noch ein Meeting in seiner Abteilung hatte kam auch mit uns. Zur Sprachunterstützung hatte er einen kleinen Übersetzer dabei, auf dem ich immer fleissig tippen durfte, wenn er das ein oder andere Wort nicht kannte.

Ich mit dem Chinesich-Uebersetzer

So machten wir nur einen kleinen Abstecher durch den Central Park. Den Namen Lunge der Stadt trägt er zurecht und der Herbst liefert hier ein wahres Farbenmeer.

The Lake, Central Park

Dann fuhren wir mit der U-Bahn zum Times Square. Von da aus liefen wir wieder zu Penn-Station und bestiegen den Zug in Richtung Princeton.

Am Times Square in New York City

Diesmal hatten wir leider nicht ganz soviel Glück und erwischten den Bummelzug, welcher über eine Stunde für die Strecke brauchte. In Princeton angekommen machten wir uns dann mit meinem Wagen auf nach Iselin zur Autovermietung. Es war knapp aber zwanzig Minuten vor sechs Uhr erreichten wir die Mietstation und alle Beteiligten waren sichtlich erleichtert.

Um den Tag abzurunden kehrten wir noch beim Mexikaner ein und aßen genüsslich zu Abend. Alles in allem eine sehr runde Sache.

Ich fuhr zu allerletzt noch den Praktikanten nach Princeton zu Siemens Corporate Research, wo sein Auto stand. Sein Meeting fand allerdings ohne ihn statt, da dies zeitlich unmöglich zu schaffen gewesen wäre.

Mein erster Arbeitstag

Heute stand der erste Arbeitstag an. Nach dem Frühstück traf ich mich mit Sarah in der Lobby des Hotels und wir fuhren zum Hauptgebäude von Siemens Corporate Research. Dort angekommen hatte ich auch gleich ein Treffen mit der Personalabteilung.

Es wurden eine Menge Papiere ausgefüllt und unterschrieben. Im Anschluss zeigte Sarah mir die Abteilung und stellte mich einigen Kollegen vor.

Mein Arbeitsplatz ist ein Großraumbüro welches durch Trennwände unterteilt wird. Man hat also sein kleines Reich hier. Ich werde es mir jedenfalls richtig gemütlich machen. Mein Arbeitsplatzrechner ist ein Dell der von einem Intel Xeon befeuert wird. Leider natürlich mit Windows ;-)

Zunächst stellte ich erstmal fest, welche Software auf den Rechnern installiert war. Microsoft Outlook funktionierte leider nicht. Also gleich mal an die IT-Tech-Guys ein neues Ticket eröffnet. Solange musste ich mich mit Outlook WebAccess begnügen. Ich machte mit ein paar anderen Praktikanten aus, dass wir ja gemeinsam zum CDS-Meeting nach New York City morgen fahren könnten.

Am Nachmittag stand dann endlich die Abholung den Mietwagens an. Ein französischer Praktikant von Automation und Control fuhr mich nach Iselin, da er sowieso noch jemanden vom Newark-Airport abholen musste. Die Geschichte bei der Autovermietung folgt demnächst hier.

Zurück im Büro hatten die IT-Guys mittlerweile eine Lösung meines Problems zur Hand und Outlook lief. Weitere Programme wie Eclipse installierte ich selbständig nach.

Auf dem Weg nach Hause machte ich noch einen kleinen Halt bei McDonald’s und genoss ein paar Vierernuggets für jeweils einen Dollar.

Den Abschluss des Tages bildete ein Anruf auf meinem Zimmer von einer Praktikantin die auch heute angekommen zu sein schien. Sie wusste nicht so richtig wie sie morgen nach New York City käme und danach noch ihr Auto abholen solle. Ich bot meine Hilfe an und wir verabredeten uns zum Frühstück.