Archiv für die Kategorie ‘Freizeitaktivitäten’

Gentlemen, start your engines!

Sonntag, 01. Juni 2008

Mit diesen Worten wird in den USA offiziell ein NASCAR Rennen gestartet. Auf meinem Weg ein richtiger Amerikaner zu werden durfte eine derartige Veranstaltung natürlich nicht fehlen. So entschloss ich mich an meinem letzten Sonntag hier während meines Praktikums ein Stockcar Race zu besuchen.

Auf dem Weg zur Rennstrecke

Die Strecke auf der gefahren wurde lag in Dover, Delaware ca. 2,5 Autostunden von meinem Wohnort. Der Rennkurs ist ein relativ kleines Oval mit einer Rundenlänge von 1 Meile. Dafür werden dann aber auch 400 Runden gedreht. Warum gerade 400 Meilen? Meine Vermutung ist ja, dass es sich bei 400 Meilen um die Mean Distance Between Failure eines amerikanischen Autos handelt. Umso erstaunter war ich, dass kein einziger Wagen mit Motorschaden liegen geblieben ist.

Die Monstermeile in Dover, Delaware

Ich machte mich morgen um 9:30 auf den Weg und dank guten Wetters und mäßigen Verkehrs erreichten wir die Rennstrecke gegen 12:00 Mittags. Völlig unverständlicherweise gab es keine offiziellen Parkplätze und so machten die lokalen Parkplatzbesitzer ein Heidengeld. Wir parkten für 25 USD genau am Eingang und begannen mit einem kleinen Picknick.

Einführungsrunde beim NASCAR Rennen in Dover, Delaware

Gut gestärkt ging es dann zur Monster Meile. Um die Rennstrecken herum standen eine Menge Buden die diverse Merchandising Artikel anboten. Ich hatte zu Hause meinen Gehörschutz vergessen und so erwarb ich für zwei Dollar ein Paar Ohropax. Die besten zwei Dollar die ich in den letzten Zeit investiert hatte, wie sich später herausstellte.

Unfall beim Nascar Rennen in Dover, Delaware

Unsere Sitzplätze lagen in der Südkurve und dann ganz oben. Die Schlange am Aufzug erschien uns zu lang und kletterten die endlosen Stufen hinauf. Oben angekommen schlängelten wir uns zu unseren Sitzplätzen und nahmen Platz. Genau in diesem Moment überflog uns eine Maschine der Navy Seals und Fallschirmspringer wurden abgesetzt. Inklusive bunten Rauchs sauste dieser herab und segelte dann mit seinem Fallschirm in Richtung Rennstrecke.
Materialermuedung

Als nächstes folgte die Fahrerparade. Fahrer für Fahrer fuhr auf der Ladefläche eines PickUps eine Stadionrunde und wurde, je nach Fanzusammensetzung ausgebuht oder bejubelt. Nachdem alle Fahrer eine Runde gedreht hatten, versammelten sie sich im Bereich der Ziellinie und die Nationalhymne erschallte. Unter großem Jubel schaute nun jeder gen Himmel und wie aus dem Nichts tauchten auch endlich die Jets auf. Mit einem ohrenbetäubenden Knall sausten sie über die Zuschauertribüne hinweg. Endlich konnte das eigentlich Rennen starten. Dazu starten die Boliden ihre Motoren und fuhren wie an der Perlenschnur aufgezogen hinter dem Pace Car her. Nach fünf Runden bog dieses dann in die Boxengasse ab und nach überqueren der Ziellinie gaben die Fahrer dann Vollgas.

Ich beim NASCAR Rennen in Dover Delaware

Die Erwartungen waren hochgesteckt als in der 20. von 400 Runden der erste große Unfall passierte. Leider in der Nordkurve. Unser Favorit, Juan Pablo Montoya, blieb Gott sei Dank verschont. Das Rennen wurde unterbrochen, die Wracks von der Strecke geschleppt und die Ölspuren mit Bindemittel beseitigt.

Juan Pablo Montoya beim Nascar Rennen in Dover Delaware

Nach gut 20 Minuten ging es wieder los. Leider war das auch der einzig große Unfall in diesem Rennen. Das Pace Car musste diesen Tag noch öfters aus der Box kommen und das Feld wieder zusammenführen. Am Ende gewann Kyle Busch mit einem Toyota. Interessant ist auf jeden Fall das die Plätze bis 5 auch in der 400. Runde waren und die Plätze bis 12 in der 399. Ein weiterer Crash hätte also ein komplett anderes Ergebnis ans Tageslicht fördern können. Juan Pablo Montoya ist auf Platz 12 gefahren. Nicht besonders schön aber immerhin hat er zwischendurch eine schöne Aufholjagd gestartet.

Kyle Busch freut sich über seinen Sieg beim NASCAR Rennen in Dover, Delaware

Die Siegerehrung hätte ich mir im Vorfeld größer vorgestellt. So verließen wir relativ zügig das Stadion und gingen in Richtung Parkplatz. Das Verkehrschaos war allerdings vorprogrammiert. Im Schneckentempo ging es in Richtung Highway. Von dort an flutschte es allerdings und gegen 11 Uhr abends waren wir dann auch wieder zu Hause. Morgen beginnen dann hier meine letzte drei Arbeitstage.

Lobsterfest

Donnerstag, 29. Mai 2008

Wie der eifrige Blogleser sicherlich schon mitbekommen hat, gibt jeder scheidende Praktikant ein Farewell Dinner. Nun war auch meine Zeit gekommen und so dachte ich mir es wäre Zeit für etwas neues. Das Longhorn Steakhouse, so gut es auch ist, musste zu oft in letzter Zeit herhalten. Mein Wahl viel auf den Red Lobster.

Markus, Sandra und ich beim Red Lobster

Einen neuen Teilnehmerrekord konnte ich damit nicht aufstellen, aber immerhin bekamen wir zweistellige Teilnehmerzahlen zustande. Um 20:30 ging es dann auch los und das Personal hatte für uns ein kleines Séparée hergerichtet. Ich entschied mich an diesem Abend für den Hummer. An dessen Seite gesellten sich Shrimps in Öl und Scampi am Spieß. Die Masse gab dem Lachs den Vorzug.

Mein Hummer und ich beim Lobster Fest

Natürlich kamen Björn und ich nicht herum eine kleine Rede zu halten.

Meine Rede beim Red Lobster

Insgesamt ein sehr netter Abend mit anregenden Gesprächen. Und so langsam wird mir bewusst, dass meine Tage hier in Princeton sich dem Ende nähern.

Die Teilnehmer des Lobster Fests

Er hat ein knallrotes Gummiboot

Samstag, 10. Mai 2008

Ein weiteres Wochenende ohne Ausschlafen stand an. Heute ging es wieder mal in den Keystone State nach Pennsylvania. Dort stand heute Rafting auf dem Programm. Ich motivierte 25 Praktikanten von Siemens und zwei Au-Pairs mich dorthin zu begleiten. Meine erste Amtshandlung war es Markus, Konstantin und Daniel in Hillsborough einzusammeln und in die Poconos zu fahren.

Unser Schlauchboot

Der Rest traf sich auf dem Parkplatz von Siemens Corporate Research und fuhr von dort aus los. Dank unseres TomTom erreichten wir das Rafting Center Jim Thorpe, PA gegen 9:15. Ein paar der anderen waren auch schon, einige ließen jedoch noch auf sich warten.

Man über Bord

Ich klärte die Formalitäten und bekam 27 Rafting Tickets in die Hand gedrückt um diese zu verteilen. Nachdem dies geschehen war holten wir uns unsere Neoprenanzuege, da die Wassertemperatur noch ein wenig frisch war. Mittlerweile trudelten auch die restlichen Leute ein und machten sich fertig. Bevor wir die Busse bestiegen gab es eine kleine Sicherheitseinweisung und jeder bekam noch einen Eimer um seine Lebensmittel wasserdicht zu verpacken. Danach saßen wir auf den ausgemusterten Schulbussen auf.

Vor der Rafting Pause

Nach einer kurzen Fahrt hieß es dann absitzen und wir marschierten zu Fuß durch das Unterholz bis wir an eine Stelle kamen, an der schon massig Schlauchboote gestapelt waren. Man nahm sich eins weg und schleppte es dann zum Fluss, wo es zu Wasser gelassen wurde. Wir hatten uns ein knallrotes Gummiboot ausgeschaut. Da uns jemand zuvor kam blieb dann für uns nur noch ein blaues übrig. Dann galt es noch schnell genug hineinzuhüpfen und schon ging es los.

Auf einen Stein aufgelaufen

Die Strömung hätte für meinen Geschmack etwas stärker sein können. Aber auch so hatten wir eine Menge Spaß. Nach ungefähr der Hälfte der Tour machten wir eine halbstündige Mittagspause in der uns ziemlich kalt wurde. Nach dem Zwischenstopp war etwas mehr los aber es hielt sich immer noch in Grenzen.

Schon etwas nass geworden

Hier noch der Streckenverlauf, den ich mit meinem Garmin eTrex Vista HCx mitgeplottet habe

Streckenverlauf Rafting

Ich hatt’ einen Kameraden

Donnerstag, 08. Mai 2008

Besser gesagt zwei. Heute gaben Thomas und Markus ihr Farewell Dinner im Longhorn Steakhouse. Für mich ging es direkt nach der Arbeit dorthin und als ich ankam waren schon eine Menge Leute dort versammelt.

Lucile Tobi und Ich vor dem Bestellen

Wie bei jedem Farewell hatten die Verantwortlichen Probleme die Massen von Menschen unterzubringen und so mussten die Nachzügler an umherstenden Tischen sitzen. Ich entschied mich beim Essen für den Klassiker in Form des Renegade Steaks. 12 Unzen (340g) vom Besten was ein Rind zu bieten hat. Gut abgehangen und von der Flamme geküsst.

Thomas Abschlussrede

Nach dem Essen durften mussten dann Thomas und Markus eine kurze Rede halten, in der uns Thomas eine detaillierte Beschreibung seines Reiseverlaufs gab. Am Ende kam dann wieder was jeder vorhergesehen hat. Beim Bezahlen fehlte mal wieder ein ganzes Hauptgericht. Desweiteren vergaß jemand seine Kreditkarte im Restaurant. Alles nur weil das Personal wieder unfähig war die Rechnung sinnvoll zu splitten.

Zahlungsmodalitäten

Die New York City Five Boro Bike Tour

Sonntag, 04. Mai 2008

Um kurz vor 5 Uhr in der Früh klingelte der Wecker. Und das an einem Sonntag. Egal, heute stand die New York City Five Boro Bike Tour auf dem Programm. Das sind über 40 Meilen durch den Big Apple.

Streckenverlauf der Commerce Bank Five Boro Bike Tour 2008

Markus war Punkt 5:30 Uhr bei mir und wir verluden die Fahrräder und unser Gepäck in meinen Wagen. Mit einem kurzen Zwischenstop bei Dunkin Donuts fuhren wir zur Linden Trainstation um mit der NJ-Transit in Richtung Penn-Station zu fahren.

Auf dem Bahnhof beim Verladen der Räder

Dort angekommen trafen wir auch gleich weitere Leute von Siemens und zusammen radelten wir gen Süden in Richtung Battery Park wo das Spektakel anfangen sollte. Am Ground Zero angekommen trafen wir schon auf riesige Menschenmassen. Mein Hinterreifen konnte noch ein bisschen Luft vertragen und so mussten Markus und ich wirklich bis ganz runter zum Battery Park, wo eine Repair-Station aufgebaut war. Der Servicetechniker pumpte ordentlich PSI auf meinen Reifen, bis der knackevoll war. Als nächstes mussten wir die Fahrradhalterungen für unsere Garmin eTrex Vista HCx Geräte montieren. Dank mitgebrachten Schraubendrehers war auch das in kürzester Zeit erledigt.

Am Start der Bike Tour

Nun hieß es warten. Es kam uns wie eine Ewigkeit vor, bis wir endlich losradeln konnten. Bis zum Ground Zero schoben wir die Räder nur. Am Ground Zero rief mich auch Thomas schon an, er sei mit den anderen mittlerweile an der 54. Straße, knapp unterhalb des Central Parks. Für uns flutschte der Verkehr nun erstmal und wir konnten die ersten Meilen durch Manhattan radeln. Das ganze fand dann jedoch an der 54.Straße ein Ende. Wieder Stau vor uns.

Thomas und ich im Central Park

Thomas hatte es in der gleichen Zeit bis zur 56. Straße geschafft und so trafen wir uns mit den anderen um von nun an gemeinsam weiter zu fahren. Nach Ende des Staus ging es durch den Central Park weiter nach Norden. Im Anschluss radelten wir in den Strassen der Bronx und kamen an die erste Brücke.

In den Strassen der Bronx

Nun ging es wieder in Richtung Süden über den Franklin D. Roosevelt Drive, wo wir auch gleich mal bei der ersten Rest-Area anhielten um uns an Südfrüchten und Wasser zu laben. Unter dem Gracie Mansion hindurch überquerten wir den East River über die Queensboro Bridge nach Queens. Mittlerweile waren wir unter den letzten Teilnehmern, weswegen uns Teile von Queens vorenthalten wurden. Über die Pulaski Bridge also weiter nach Brooklyn, wo wir am Wasser entlang, am Brooklyn Navy Yard vorbeizogen und unter der Brooklyn Bridge drunter durch fuhren.

Markus und ich vor der letzten Bruecke

Nach einem weiteren Anstieg waren wir dann auf dem Brooklyn Queens Expressway. Dort hatte sich irgendein Trottel mit seinem Fahrrad hingemault und der gesamte Verkehr kam zum erliegen. Mittlerweile brannte die pralle Nachmittagssonne auf uns herab und wir dörrten vor uns hin. Gut eine Stunde ging es schiebend voran. Auf der Gegenspur floss der Autoverkehr, was die Situation nicht verbesserte. Irgendwann rollte das Feld wieder und es ging hinunter zum Shore Parkway.

Stau auf dem Brooklyn Queens Expressway

Wieder am Wasser entlang zeichnete sich das letzte Highlight der Tour vor uns ab: Die Verrazano Narrows Bridge, die nach Staten Island führt. Kurz vor der Brücke gab es noch eine weitere Rest-Area, doch auch hier war mittlerweile alles außer Wasser schon verzehrt worden. Der letzte Anstieg die Brücke rauf zehrte nochmal ganz schön an den Kräften. Runter ging es dann freilich einfacher und man rollte schön zum Fort Wadsworth aus, wo das so genannte Festival stattfand. Wir sammelten uns mit den anderen Praktikanten legten ein kleines Pause ein.

Auf der Staten Island Ferry

Nach dem Festival folgten noch mal drei Meilen bis zur Staten Island Ferry, die einen wieder zurück nach New York City brachte. Am Battery Park spalteten wir uns auf und jeder ging seiner Wege. Markus und ich mussten zurück zur Penn-Station radeln. Diesmal allerdings waren die Straßen wieder für den normale Verkehr freigegeben worden und so durften wir das Fahrradkurierfeeling live miterleben. Ist ein wenig wie Roller fahren in Rom oder Athen. Nur das man hier selber in die Pedale treten muss und Fahrräder unter Taxifahrern nicht sonderlich beliebt sind.

Abschlussgruppenfoto nach der New York City Five Boro Bike Tour