Geschnappt

Kürzlich ist der Polizei in Pennsylvania ein großer Fisch in Netz gegangen. Genauer gesagt ich!!! Auf dem Weg vom Rafting nach Hause fuhr ich auf der Landstraße einen Berg hinab. Am Fuße des selbigen stand ein Stoppschild, an dem ich aus Sicht eines anwesenden Polizisten nicht lange genug hielt. Als sich sein Fahrzeug in Bewegung setzte schwante mir schon übles. Ich ließ mir jedoch nichts anmerken und fuhr normal weiter. Kurze Zeit später schaltete er jedoch schon seine Disko-artige Beleuchtung ein und ich fuhr rechts ran.

Er sagte ich hätte ein Stoppschild überfahren und mein Bremslicht sei kaputt. Im selben Moment sauste sein Schlagstock in meinem Scheinwerfer und das Glas zerbrach*.

Strafzettel aus Pennsylvania

Ich übergab ihm meinen New Jersey Führerschein und die Fahrzeugpapiere. Er tipperte alles ganz gemütlich in seinen Computer und kam nach ca. 10 Minuten zurück. Mit dabei hatte er ein schönes Knöllchen, dessen Empfang ich quittieren musste. Der Spaß hat mich 108 (in Worten: Hundertacht) USD gekostet. Dabei schlüsselt sich der Betrag wie folgt auf:

* Fine (Strafe) : 25 USD
* E.M.S. (Contribution to Emergency Medical Services operating fund) : 10 USD
* MCARE (Catastrophic Loss Benefits Continuation Fund) : 30 USD
* Costs (Wahrscheinlich das Geld, dass er im Anschluss bei Dunkin Donuts ausgibt) : 33.00 USD
* J.C.P./A.T.J. (Judicial Computer Project/Access To Justice) : 10 USD

Für das Geld des Strafzettel hätte man sich auch einen 4GB iPod Nano holen können. Nach juristischer Prüfung kam ich auch zu der Erkenntnis, dass sich ein juristisches Vorgehen nicht lohnt. So werde ich in den sauren Apfel beißen müssen und das Knöllchen zahlen.

*Dramatisiert, muss nicht stimmen

Führerschein die dritte

Nein, ich schreibe hier nicht über meinen dritten Versuch den US-amerikanischen Führerschein zu erlangen. Viel mehr ist es mein dritter Führerschein überhaupt. Ich muss zugeben, das Lernen gestern verlief ein wenig spartanischer als ursprünglich geplant. Nichts desto trotz wollte ich heute mein Glück versuchen.

Um 06:30 klingelte mein Handy und Thomas riss mich aus dem Schlaf. Da ich nun sowieso nicht mehr schlafen konnte entschied ich mich zur Motor Vehicle Commission in der Nähe von Siemens Corporate Research zu fahren. Während meine Waffeln im Toaster eine knusprige Bräune entwickelten überflog ich ein letztes Mal die Prüfungsfragen. Diese findet man unter andere hier: Führerscheinfragen für die New Jersey Driver’s License

Um 08:00 Uhr war ich bei der Motor Vehicle Commission in Lawrenceville angekommen. Bei der Registratur bekam ich die Wartenummer 8 und eine kleine gelbe Karte die ich auszufüllen hatte. Nachdem meine Nummer aufgerufen wurde musste ich folgende Dokumente vorlegen.

  • Reisepass
  • DS2019-Formular
  • Social Security Card
  • Nachweis über die Adresse

beim letzten reichte allerdings auch die EC-Karte.

Am nächsten Schalter wurde dann meine Akte angelegt und ein Foto geknipst. Auch durfte ich auch gleich die anfallenden Gebühren zahlen. Mit dem Zahlungsnachweis ging ich ich dann ins anliegende Testing-Center.

Der Diensthabende wies mich darauf hin, dass ich jetzt die schriftlich Prüfung ablegen müsse. Gerade noch rechtzeitig ist mir aufgefallen, dass es sich hierbei nur um die Autoprüfung handele. Ich wollte jedoch auch meinen Motorradschein haben. Er schickte mich zurück in die Haupthalle wo ich noch eine von den gelben Karten ausfüllen durfte. Auch wurde eine weitere Bearbeitungsgebühr fällig. Mit beiden Zahlungsnachweisen ging ich zurück ins Testing-Center. Mir wurde nun erklärt, dass ich 50 Fragen für den Autoführerschein und 30 Fragen für den Motorradführerschein zu beantworten hätte. Auch wurde ich gefragt ob ich denn gelernt hätte, was ich jedoch verneinte. ;-)

Die schriftlichen Tests werden am Computer durchgeführt und man erhält nach jeder Frage sofort das Ergebnis. Nach 45 Fragen war Schluss für mich mit dem Autoteil, da ich von da an nicht mehr vergeigen konnte. Beim Motorrad war nach 25 Fragen Schluss.

Als nächstes wurden zwei heilige Sticker auf meine Akte geklebt. Dies wurde schriftlich festgehalten. Ich glaube man achtet hier penibler auf den Verbleib der Sticker als die Munition bei der Polizei.

Mit meiner gestickerten Akte ging ich wieder zur Registratur. Dort musste ich nun eine weisse Karte ausfüllen die sich bis auf die Farbe in keinster Weise von den gelben unterscheidet. Auch musste ich nochmals sämtliche Dokumente vorlegen. Doch nun war ich endlich am Ziel, ein weiteres Foto wurde geschossen und dann kam mein frisch gedruckter Führerschein aus der Maschine.

Während andere, die ins “Nicht EU-Ausland” gezogen sind, immer noch mit ihrem deutschen Führerschein rumkrebsen, bin ich mittlerweile im Besitz der New Jersey State Driver’s License.

Wie ist eure Hähnchenbrust?

Heute war mal wieder einer der vielen Tage an denen ich bis spät auf Arbeit war. Gegen 20:00 Uhr entschied ich mich allerdings dann doch die Heimreise anzutreten. Immerhin hatte ich mir vorgenommen die Prüfungsfragen für meinen Führerschein zu lernen.

Am Eingang stellte ich fest, das mein Cubicle Nachbar Jost gerade wieder zu Tür hereinkam. Das Geheimnis war schnell gelüftet. Er kam um mit ein paar Kollegen zum nahegelegenen Hooters zu gehen. Nach einem kurzen abwägen schloss ich mich der Truppe an. Und damit wir noch ein paar mehr wurden fragte ich auch Thomas und Robert, welche sich auch noch auf Arbeit befanden.

In einem Autokorso ging es die Route 1 südwärts Richtung Mercer Mall. Dann einiger geschickter Spurwechsel kam ich auch als erster dort an und sicherte mir den einzigen Parkplatz direkt vor dem Restaurant.

Als wir alle beisammen waren orderten wir neben den Erfrischungsgetränken auch noch zwei Pitcher Bier. Ein schicksalshafte Fügung, dass heute hier der Chicken Wing Tag war. Das bedeutet all you can eat Chicken Wings und Curley Fries für 10,49 USD. Wer kann da widerstehen.

In der ersten Portion gab es dann 15 Wings und Pommes Frites. Das ganze war allerdings schon sehr fettig, so dass man eigentlich genug haben sollte. Ich orderte vorsichtshalber noch einmal nach. Die zweite Fuhre verblieb dann jedoch weitestgehend auf dem Teller.

Da die Straßen um 23:00 Uhr schön frei sind, war ich auch nach einer guten halben Stunde zu Hause. Um nicht ein völlig schlechtes Gewissen zu haben, “büffelte” ich noch für gut 20 Minuten Fragen aus dem offiziellen Fragenkatalog bevor ich die Augen schloss.