Führerschein die dritte

Nein, ich schreibe hier nicht über meinen dritten Versuch den US-amerikanischen Führerschein zu erlangen. Viel mehr ist es mein dritter Führerschein überhaupt. Ich muss zugeben, das Lernen gestern verlief ein wenig spartanischer als ursprünglich geplant. Nichts desto trotz wollte ich heute mein Glück versuchen.

Um 06:30 klingelte mein Handy und Thomas riss mich aus dem Schlaf. Da ich nun sowieso nicht mehr schlafen konnte entschied ich mich zur Motor Vehicle Commission in der Nähe von Siemens Corporate Research zu fahren. Während meine Waffeln im Toaster eine knusprige Bräune entwickelten überflog ich ein letztes Mal die Prüfungsfragen. Diese findet man unter andere hier: Führerscheinfragen für die New Jersey Driver’s License

Um 08:00 Uhr war ich bei der Motor Vehicle Commission in Lawrenceville angekommen. Bei der Registratur bekam ich die Wartenummer 8 und eine kleine gelbe Karte die ich auszufüllen hatte. Nachdem meine Nummer aufgerufen wurde musste ich folgende Dokumente vorlegen.

  • Reisepass
  • DS2019-Formular
  • Social Security Card
  • Nachweis über die Adresse

beim letzten reichte allerdings auch die EC-Karte.

Am nächsten Schalter wurde dann meine Akte angelegt und ein Foto geknipst. Auch durfte ich auch gleich die anfallenden Gebühren zahlen. Mit dem Zahlungsnachweis ging ich ich dann ins anliegende Testing-Center.

Der Diensthabende wies mich darauf hin, dass ich jetzt die schriftlich Prüfung ablegen müsse. Gerade noch rechtzeitig ist mir aufgefallen, dass es sich hierbei nur um die Autoprüfung handele. Ich wollte jedoch auch meinen Motorradschein haben. Er schickte mich zurück in die Haupthalle wo ich noch eine von den gelben Karten ausfüllen durfte. Auch wurde eine weitere Bearbeitungsgebühr fällig. Mit beiden Zahlungsnachweisen ging ich zurück ins Testing-Center. Mir wurde nun erklärt, dass ich 50 Fragen für den Autoführerschein und 30 Fragen für den Motorradführerschein zu beantworten hätte. Auch wurde ich gefragt ob ich denn gelernt hätte, was ich jedoch verneinte. ;-)

Die schriftlichen Tests werden am Computer durchgeführt und man erhält nach jeder Frage sofort das Ergebnis. Nach 45 Fragen war Schluss für mich mit dem Autoteil, da ich von da an nicht mehr vergeigen konnte. Beim Motorrad war nach 25 Fragen Schluss.

Als nächstes wurden zwei heilige Sticker auf meine Akte geklebt. Dies wurde schriftlich festgehalten. Ich glaube man achtet hier penibler auf den Verbleib der Sticker als die Munition bei der Polizei.

Mit meiner gestickerten Akte ging ich wieder zur Registratur. Dort musste ich nun eine weisse Karte ausfüllen die sich bis auf die Farbe in keinster Weise von den gelben unterscheidet. Auch musste ich nochmals sämtliche Dokumente vorlegen. Doch nun war ich endlich am Ziel, ein weiteres Foto wurde geschossen und dann kam mein frisch gedruckter Führerschein aus der Maschine.

Während andere, die ins “Nicht EU-Ausland” gezogen sind, immer noch mit ihrem deutschen Führerschein rumkrebsen, bin ich mittlerweile im Besitz der New Jersey State Driver’s License.

Alle Jahre wieder

Nach vielen Jahren kam ich endlich mal wieder in den Genuss einer Weihnachtsfeier. Und die war für den heutigen Tag angesetzt. Ab 18:00 Uhr wurden wir Mitarbeiter von Siemens Corporate Research ins Westin Princeton geladen wo es Speis und Trank geben sollte.

Die Einladung sprach von semi formaler Kleidung. Laut der Wikipedia hieße das eigentlich schon Smoking mit schwarzer Fliege. Die meisten auf der Party kamen im Anzug, unter den Praktikanten ging es dann doch etwas lockerer zu.

Unser Tisch auf der Weihnachtsfeier von Siemens Corporate Research

Ich bin direkt nach der Arbeit hingefahren, lag das Hotel ja in weniger als zwei Meilen entfernt. Somit war ich dann auch einer der ersten vor Ort. Die erste Stunde war der Empfang im Foyer. Überall schwirrten Kellner herum, die kleine Häppchen reichten. Aufgrund der Tatsache, dass ich ja wieder mit dem Auto nach Hause musste, war es wieder ein nichtalkoholischer Abend für mich.

Sandra und ich auf der Siemens Corporate Research Weihnachtsfeier

Um 19:00 Uhr öffneten sich dann die Türen zum großen Ballsaal, wo jeder an einem Tisch Platz nahm. Der Stimmungsmacher, im Rastafarian-Look, stellte immer lustige Bedingungen um die Last am Buffet auszubalancieren. Zu allererst durften diejenigen zuschlagen, die einen iPhone-Besitzer am Tisch hatten. Zu dumm nur, dass mein iPhone zu Hause lag. Irgendwann kamen wir auch so zum Zug und stürzten uns auf das Buffet.

Die andere Seite unseres Tischs

Nach der Essen wurde eine kurze Rede gehalten und dann füllte sich auch die Tanzfläche.

Den Abschluss des Abends stellte der Nachtisch in Form diverser Backwaren da.

Mein Arbeitsplatz bei Siemens SCR

Meine dritte Arbeitswoche beginnt und ich habe es bisher noch nicht geschafft meinen Arbeitsplatz zu präsentieren. Dies hole ich jetzt nach.

Ich arbeite, wie die meisten hier, in einem “Cubicle”. Da es keine bessere deutsche Übersetzung als “abgetrennte Räume” gibt, schaut euch einfach folgendes Bild an:

Mein Cubicle

Diejenigen von euch, die ihr eigenes Büro haben, wird das sicherlich wie voll der Hohn klingen. Allerdings ist es nicht so schlimm wie man es sich vorstellt. Privatsphäre existiert de facto jedoch nicht.

Da fotografieren nicht sehr gerne gesehen wird, konnte ich leider nicht mehr Bilder schießen.

Mein Hotelzimmer

Heute stelle ich mein Zimmer im Holiday Inn in Princeton vor. Ursprünglich gab man mir hier ein Zimmer mit zwei Betten. Dies habe ich selbstverständlich sofort moniert, da einfach zu viel Platz mit dem zweiten Bett verschwendet wird.

Das Zimmer ist sehr groß, sauber und gemütlich. Allerdings auch sehr kalt, was an den zwei Aussenwänden liegt. Beheizt wird das Zimmer durch eine Klimanlage/Heizlüfter-Kombination. Wenn man die ein paar Minuten laufen lässt, ist es auch schön kuschlig warm. Mein Bett ist ein Queensize und somit gute 1,5m breit. Da braucht man sich keinerlei Sorgen machen rauszufallen. Abgerundet wird das ganze durch vier Kissen die alle verschiedene Härtegrade haben.

Mein Zimmer im HolidayInn in Princeton

Der Fernseher macht auch einen guten Eindruck und weil er sehr nah am Bett steht wirkt er auch einigermaßen groß. Außerdem wurde da ein N64 eingebaut aber ich will gar nicht wissen, was der Spaß hier kostet. Ich war schon neugierig was Pay-per-view hier läuft, aber bei 12,99 USD pro Film hört der Spaß dann auf.

Wireless Internet hingegen ist dafür kostenlos und somit stellt das Bloggen hier am Abend auch keinerlei Problem dar. Wenn man allerdings etwas mehr über den Äther anfordert, drosseln die einem hier die Leitung. Also muss das neueste Update auf MacOSX 10.4.11 noch ein wenig warten.

Mein Badezimmer im HolidayInn in Princeton

Das Badezimmer überrascht auch angenehm mit großem Waschtisch und Spiegel. Jeden morgen bringt die Reinigungskraft neue Shampoos, Duschgels und Lotionen, die ich dann immer verstecke um so den Verbrauch zu suggerieren. Nutzen werde ich die kleinen Fläschchen dann, wenn ich hier auf Reisen und Trips gehe.

Siemens Corporate Research zahlt jedem Praktikanten für 13 Nächte das Hotelzimmer. Diese Animositäten wie ein täglich frisch gemachtes Bett, der kurze Weg zur Arbeit und das Frühstück (Bericht darüber folgt später gesondert) nutzen viele Praktikanten, mich eingeschlossen, gerne voll aus bevor sie dann in ihre Bleibe für den Rest des Praktikums umziehen.

Mein erster Arbeitstag

Heute stand der erste Arbeitstag an. Nach dem Frühstück traf ich mich mit Sarah in der Lobby des Hotels und wir fuhren zum Hauptgebäude von Siemens Corporate Research. Dort angekommen hatte ich auch gleich ein Treffen mit der Personalabteilung.

Es wurden eine Menge Papiere ausgefüllt und unterschrieben. Im Anschluss zeigte Sarah mir die Abteilung und stellte mich einigen Kollegen vor.

Mein Arbeitsplatz ist ein Großraumbüro welches durch Trennwände unterteilt wird. Man hat also sein kleines Reich hier. Ich werde es mir jedenfalls richtig gemütlich machen. Mein Arbeitsplatzrechner ist ein Dell der von einem Intel Xeon befeuert wird. Leider natürlich mit Windows ;-)

Zunächst stellte ich erstmal fest, welche Software auf den Rechnern installiert war. Microsoft Outlook funktionierte leider nicht. Also gleich mal an die IT-Tech-Guys ein neues Ticket eröffnet. Solange musste ich mich mit Outlook WebAccess begnügen. Ich machte mit ein paar anderen Praktikanten aus, dass wir ja gemeinsam zum CDS-Meeting nach New York City morgen fahren könnten.

Am Nachmittag stand dann endlich die Abholung den Mietwagens an. Ein französischer Praktikant von Automation und Control fuhr mich nach Iselin, da er sowieso noch jemanden vom Newark-Airport abholen musste. Die Geschichte bei der Autovermietung folgt demnächst hier.

Zurück im Büro hatten die IT-Guys mittlerweile eine Lösung meines Problems zur Hand und Outlook lief. Weitere Programme wie Eclipse installierte ich selbständig nach.

Auf dem Weg nach Hause machte ich noch einen kleinen Halt bei McDonald’s und genoss ein paar Vierernuggets für jeweils einen Dollar.

Den Abschluss des Tages bildete ein Anruf auf meinem Zimmer von einer Praktikantin die auch heute angekommen zu sein schien. Sie wusste nicht so richtig wie sie morgen nach New York City käme und danach noch ihr Auto abholen solle. Ich bot meine Hilfe an und wir verabredeten uns zum Frühstück.